Gedanken über eine bessere Gesellschaft und eine vernünftige Gesellschaftsordnung

Das kapitalistische Wirtschaftssystem bietet für Millionen von Menschen auf dieser Erde keine Perspektive mehr. Für diese Menschen bedeutet dieses System Hungerlöhne, Armut, Elend Unterdrückung, Arbeitslosigkeit, Krise, Vernichtung von Existenzen und von geschaffenen Werten und den furchtbaren Folgeerscheinungen des Krieges. Auf der anderen Seite sammelt sich in den Händen einiger weniger Menschen ein unermesslicher Reichtum an.

Um diesen Zustand zu erhalten, werden in der gegenwärtigen Krise Banken und ganze Staaten mit dem Geld der breiten Masse der Bevölkerung mühevoll über Wasser gehalten. Das Finanzkapital wird mit dem Geld des Steuerzahlers regelrecht abgesichert und versichert. Das System der Marktwirtschaft hat uns bis zu diesem Punkt gebracht, aber das System der Marktwirtschaft kann den Bankrott von Banken und Staaten nicht aufhalten.

Es ist zwar immer ein bisschen zweifelhaft und besserwisserisch, sich etwas auszudenken über das, was nach dem Kapitalismus kommt, weil das allein Sache der Menschen ist, die die neue Gesellschaft aufbauen. Diese Gedanken sollen und können deshalb auch nur ein Denkanstoß sein.

Diese Ausführungen sind von der Idee getragen, dass die arbeitenden Menschen ihre Interessen viel besser vertreten als alle unsere Politiker und Wirtschaftsführer. Ein Beweis dafür ist, dass überall auf der Welt große und kleine Bewegungen und Initiativen jeglicher Art mit eigenen Ideen entstanden und entstehen. Sie alle eint die Tatsache, dass sie sich von der herrschenden Klasse nicht mehr vertreten sehen.

Diese Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sollen nur einige Anregungen geben und einige Eckpunkte benennen für die Zeit nach dem Zusammenbruch des kapitalistischen Systems. Und eines muss von vornherein klar sein: Ohne die tätige und kreative Mithilfe eines großen Teils der Bevölkerung mit ihren Ideen und Anregungen wird es eine grundlegende Umgestaltung nicht geben.

Diese Ausführungen sind notwendigerweise thesenhaft. Man kann nicht auf wenigen Seiten erschöpfende Ausführungen über Themen geben, womit andere Autoren ganze Bücher gefüllt haben.

1. Privateigentum an Produktionsmitteln

Die Grundlage des kapitalistischen Wirtschaftens ist das Privateigentum an Produktionsmitteln. Auf der Grundlage dieses Privateigentums sind die Besitzer der Produktionsmittel in der Lage, sich die gesellschaftlich erzeugten Produkte (d.h. durch die Zusammenarbeit von vielen Menschen entstanden) privat anzueignen. Dieses Privateigentum muss aufgehoben werden. Die Unternehmen werden in die Hände der dort Arbeitenden gelegt. Diese verpflichten sich, zum Wohle der Allgemeinheit und nicht zum Nutzen einiger weniger zu arbeiten und die ihnen anvertrauten Produktionsmittel ökonomisch und ökologisch zu nutzen. Produktionsmittel sind die zur Herstellung der Produkte nötigen Rohstoffe, Waren, Patente, Maschinen, Geräte und Gebäude.

Zur Lenkung der Produktionsprozesse werden Betriebsräte von der Belegschaft gewählt, die der Belegschaft jederzeit rechenschaftspflichtig und auch jederzeit wieder abwählbar sind. Eine von der Größe des Betriebes abhängige Anzahl der Betriebsräte kann freigestellt werden. Ihr Lohn ist nicht höher als der Lohn eines Facharbeiters. Die Betriebsräte haben auch die Aufgabe, die Ideen der Arbeitenden zur Verbesserung der Produktion und zur Herstellung von neuen Produkten aufzugreifen und sie nötigenfalls der gesamten Belegschaft zur Abstimmung vorzulegen.

Zu grundlegenden Fragen der Nützlichkeit mancher Produkte (z.B. in der Rüstungsindustrie, Transport- und Beförderungsmittel, Energieerzeugung usw.) müssen umfassende Debatten in der Bevölkerung geführt werden. Die sich daraus ergebenden Entscheidungen der Mehrheit der Bevölkerung sind bindend für die Hersteller.

Die Produktion geschieht nach ökonomischen und ökologischen Aspekten. Z.B. wird die Produktion bei den Lebensmittelherstellern so umgestellt, dass nur noch wenig bis gar keine Zusatzstoffe zur Anwendung kommen.Werbung wird in sachliche Information über die Produkte verwandelt.

Die Preise der Produkte bemessen sich nach den Produktionskosten (incl. Löhne und Rücklagen für Investitionen). Gewinne werden nicht mehr gemacht. Bei Betrieben ab einer bestimmten Größe gehören Aufwendungen für Kindertagesstätten wie für ein Betriebsärzteteam zum Beispiel natürlich auch zu den Produktionskosten.

Die Entlohnung muss völlig umgestaltet werden. Sie kann nicht mehr davon abhängig gemacht werden, was sich ein Arbeitender erkämpfen kann, bzw. was ein Unternehmer ihm zugesteht. Denn in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit muss sich der Arbeitende mit den Brosamen begnügen, die vom Tisch des Herrn fallen. Löhne unter der Armutsgrenze darf es überhaupt nicht geben. Der Lohn muss also so bemessen sein, dass der arbeitende Mensch ein sorgenfreies Leben führen kann. Da ihm aber nichts anderes übrig bleibt, als dafür zu arbeiten, muss sich die Entlohnung an der Wiederherstellung seiner Arbeitskraft, anders ausgedrückt: seinen Reproduktionskosten ausrichten.

Zu diesen Reproduktionskosten gehören die Güter des täglichen Bedarfs, Aufwendungen für Kleidung und Unterkunft, Ausbildung und Bildung, Erholung, Freizeit, Sport, Gesundheitsvorsorge, Krankenversorgung, Altersvorsorge, um nur die wichtigsten zu nennen. Zu berücksichtigen dabei ist natürlich auch der Lebensstandard in einem Land.

Diese Reproduktionskosten werden an zentraler Stelle für die einzelnen Tätigkeiten ins Verhältnis gesetzt, bewertet und in einer Tabelle zusammengefasst. Die Basiseinheit des Lohnes kann die Stunde sein, besser wären wahrscheinlich Monatssätze auf der Basis einer festzulegenden Anzahl von Wochenstunden, die schon heute weit unter 35 Stunden liegen könnten. Und zwar deshalb, weil alle arbeitssuchenden Menschen in den Produktionsprozess einbezogen werden, die vorhandene Arbeit also auf viele Schulter verteilt wird.

Über diese Tabelle muss es eine breite Diskussion in der Bevölkerung geben, bevor sie endgültig angewendet wird.

In den Betrieben wird auf der Grundlage der Tabelle, die einen Durchschnittslohn widerspiegelt, für jeden Arbeitenden der Lohn je nach seiner Leistung festgelegt. Natürlich gilt der Grundsatz: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.“. Akkordschinderei und sonstige menschenunwürdige antreiberische Verfahren werden abgeschafft.

Die Lohnbestandteile für Ausbildung, Versorgung im Krankheitsfall und Renten, werden in den Betrieben vom Lohn abgezogen und an eine zentrale Stelle zur Verteilung auf die in diesen Bereichen tätigen Betriebe, Einrichtungen und Schulen weitergeleitet.

Die Betriebe der gleichen Branche, die gleichartige Produkte herstellen, arbeiten statt im Konkurrenzkampf gegeneinander, in jeder Beziehung zusammen. Das gilt für die Entwicklung der Produkte, für die Erhöhung der Produktivität als auch für die Höhe der Preise. Bei der Entwicklung von Produkten können auch die Universitäten ihren Teil beitragen, was ja heute schon geschieht. Alle Arbeitssuchenden werden von einer zentralen Stelle gerecht auf die Betriebe verteilt.

Da es unsinnig und verschwenderisch wäre, wenn man zuschauen würde, wie Produkte nur für die Halde gebaut werden, müssen die Betriebe Angebot und Nachfrage für ihre Produkte an eine zentrale Stelle melden, die nötigenfalls regulierend einschreiten kann. Auf diese Weise wird auch die für den Kapitalismus typische Krise, die Überproduktionskrise, verhindert. Diese Krise entsteht, weil in der anarchischen Manier der kapitalistischen Produktionsweise Waren im Überfluss produziert werden, die keine Abnehmer finden, weil sie entweder nicht gebraucht werden oder die arbeitenden Menschen sich die Waren nicht leisten können.

2. Privateigentum an Grund und Boden

Was für das Privateigentum an Produktionsmitteln gilt, gilt auch für das Privateigentum an Grund und Boden. Mithilfe dieses Privateigentums eignen sich die Vermieter einen Teil des gesellschaftlich produzierten Mehrwerts an, können Mieten unter tätiger Mithilfe des Staates in schwindelnde Höhen schrauben und damit Mieter vertreiben oder in den Ruin treiben. Deshalb muss das Privateigentum an Grund und Boden aufgehoben werden. Alle Gebäude werden den Nutzern zur unentgeltlichen Nutzung zur Verfügung gestellt. Die Nutzer verpflichten sich, die Gebäude instand zu halten.

Da Grund und Boden incl. Gebäude Gemeineigentum ist, können keine Geschäfte mehr mit Grundstücken gemacht werden.

Bei frei werdenden Wohnungen oder Gebäuden, für die der ehemalige Nutzer bzw. die Hausgemeinschaft keinen Nachnutzer benennen konnten, entscheidet der Gemeinderat (siehe unten) über die weitere Nutzung.

Die Wohnung ist unverletzlich. Niemand hat das Recht, in die Wohnung einzudringen, auch nicht per Internet.

Landwirten kommt eine Sonderrolle zu: Auch ihnen wird das Land, das sie bebauen, zur Nutzung gegeben. Und das ist unantastbar. Es ist Sache der Landwirte, sofern sie Einzelbauern sind, sich davon zu überzeugen, dass eine Zusammenlegung und Bündelung der Arbeitskräfte, Produktionsmittel und Ressourcen höhere Erträge bringt.

Eine Nutzung der Anbauflächen durch Produkte, die nicht zum Verzehr dienen, kann nur nach einer breit geführten gesellschaftlichen Debatte über beispielsweise die Produktion von Biomasse zur Energieerzeugung, und dann in Abstimmung mit dem Gemeinderat vorgenommen werden. Subventionen für die Herstellung von Biomasse gibt es nicht. Es gibt auch keine Subventionen mehr für den Billigexport von landwirtschaftlichen Erzeugnissen in andere Länder.

Der Anbau von gentechnisch veränderten Produkten ist ausgeschlossen.

Die Preise der Produkte berechnen sich nach den Aufwendungen (incl. Rücklagen für Investitionen) und den Reproduktionskosten der bäuerlichen Familie. Diese beinhalten einen im Vergleich zu anderen schweren und arbeitsintensiven Tätigkeiten angemessenen Lohn für die bäuerliche Familie.

Für landwirtschaftliche Industriebetriebe gilt dasselbe wie für andere Industriebetriebe. Massentierhaltung mit tierquälerischen Methoden ist ausgeschlossen.

3. Banken, Börse und Geld

Die Börse wird unwiderruflich geschlossen. Handel und Spekulationen mit Aktien, Derivaten, Ressourcen, Lebensmitteln, also kurz gesagt Volkseigentum finden nicht mehr statt. Die Banken werden wieder nur ein Dienstleistungsunternehmen zum Geldverleih. Mehr nicht. Die Kosten werden durch angemessene Gebühren gedeckt. Zinsen fallen nicht an.

Das Geld wird wieder auf seine ursprüngliche Funktion als Tauschmittel reduziert. Da der Anreiz zum Sparen (der Zins) weggefallen ist und nur noch Rücklagen für größere Anschaffungen gebildet werden, wird das Geld auch nicht mehr gehortet und damit dem Geld- und Wirtschaftskreislauf entzogen. Somit kann es zu keinen Stockungen mehr in diesem Kreislauf kommen, d.h. dass die Umwandlungsprozesse Ware in Geld und Geld in Ware störungsfrei verlaufen können. Die Jagd nach dem Geld als Lebenszweck entfällt dadurch.

Um Inflation oder Deflation zu vermeiden, muss dem Wert der angebotenen Produkte immer der gleich hohe Wert in Geld gegenüberstehen. Dafür hat die Zentralbank zu sorgen.

Da davon auszugehen ist, dass nach dem Zusammenbruch des kapitalistischen Systems das Geld völlig entwertet ist, muss es einen Währungsschnitt, eine Währungsreform geben. Die Zentralbank gibt über die Banken jedem im Land lebenden Menschen ein großzügiges rückzahlbares Startgeld (Kredit) aus. Ebenso Startgeld für die Betriebe. Jeder Mensch fängt also mit dem gleichen Geldkapital an. Es kann also niemand mehr den anderen mit Geld bestechen.

4. Der Staat

Unser Grundgesetz ist immer noch ein Provisorium. Im Artikel 146 GG steht folgender Satz:

Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“

Da es aber keinem Mitglied der herrschenden Klasse im Traum einfällt, irgendein Grundgesetz dem Volk zur Abstimmung vorzulegen, müssen wir das wohl tun. Dabei kann es natürlich passieren und das ist durchaus beabsichtigt, dass sich unter der Hand die im Augenblick herrschende Scheindemokratie in unserem Land in eine richtige Demokratie verwandelt.

Der kapitalistische Staat ist der willige Helfershelfer des Finanzkapitals und er wird es solange bleiben, solange der Kapitalismus besteht. Diesen Staat von dieser Rolle abzubringen, ist verlorene Liebesmüh. Er wird seinen Apparat einsetzen, um diese Rolle auch weiterhin spielen zu können, auch mit Gewalt.

Deshalb muss der gesamte Staatsapparat incl. Parteien, Beamtenschaft, Justizapparat, Polizeiapparat, Geheimdiensten und Armee aufgelöst werden.

An seine Stelle treten gewählte Räte.

Alle Städte werden in überschaubare Gemeinden unterteilt. Diese Gemeinden wählen ihre Gemeinderäte. Die Aufgabe dieser Gemeinderäte ist es nicht mehr, Menschen zu verwalten, denn das können die ganz gut selbst. Ihre Aufgabe ist es, Infrastrukturmaßnahmen (Straßen, Verkehr, Neubau von Wohnungen) durchzuführen, die vorher mit den betroffenen Menschen bis zur Mehrheitsentscheidung diskutiert worden sind. Außerdem obliegt es ihnen, Streitigkeiten zu schlichten, die von den betroffenen Menschen nicht selbst gelöst werden konnten.

Die bürgerliche Rechtsauffassung stellt immer gern die Freiheit des einzelnen Individuums heraus, wie z.B. die Vertragsfreiheit, übersieht dabei aber völlig, dass sich diese Individuen nicht auf Augenhöhe gegenüberstehen, sondern der Schwächere vom Stärkeren wirtschaftlich abhängig ist. Was nutzt einem Arbeitslosen, der einen Arbeitsvertrag unterschreibt, die Vertragsfreiheit, wenn er seine Vorstellungen nicht durchsetzen kann, weil er der Unterlegene ist.

Die bürgerliche Rechtsauffassung ist ein Spiegelbild der kapitalistischen Produktionsverhältnisse und sie unterstützt das Recht auf Eigentum an Produktionsmitteln als auch an Grund und Boden. Die kapitalistische Justiz nährt sich von den Widersprüchen zwischen den Besitzenden und den Widersprüchen zwischen Besitzenden und Nichtbesitzenden. Da es diese Widersprüche aber nicht mehr gibt, kann auch der Justizapparat abgeschafft werden. Für die Widersprüche zwischen einzelnen Individuen braucht es keinen aufgeblähten Justizapparat mehr.

Man kann darüber reden, ob es noch bis zur Durchsetzung eines völlig anderen Verkehrskonzeptes (in dem Verkehrstote und -verletzte die Ausnahme sind), noch eine Verkehrspolizei gibt. Man kann auch darüber reden, ob es noch eine Abteilung der Polizei gibt, die sich um die Kriminellen kümmert, die ja mit der Umwandlung der Gesellschaft nicht auf einen Schlag ausgestorben sind.

Die oben angeführten Gemeinderäte wählen aus ihrer Mitte Stadträte, die dieselbe Aufgabe haben wie die Gemeinderäte, nur das gesamte Stadtgebiet betreffend.

Letztendlich entsenden die Betriebsräte, die Stadträte und die Gemeinderäte der kleineren Gemeinden nach einem festgelegten Schlüssel, in dem die Delegierten aus den Betrieben ein Übergewicht bekommen, Delegierte in ein Parlament des gesamten Landes. Die Delegierten der Betriebe sollen deshalb ein Übergewicht bekommen, weil dort die Werte, die Grundlage des gesellschaftlichen Reichtums, geschaffen werden. Diese Delegierten sind aber nicht „ihrem Gewissen unterworfen“ und völlig frei in ihren Entscheidungen, sondern sie sind an die Aufträge gebunden, die ihnen die Menschen vor Ort mit auf den Weg gegeben haben.

Das Parlament wählt zur Ausführung der Geschäfte einen Staatsrat. Auch dieser Rat hat nur die vom Parlament entschiedenen Aufträge auszuführen und die Kontakte mit den Regierungen anderer Länder auf der Grundlage der absoluten Gleichstellung und der selbstlosen Hilfestellung zur Selbsthilfe zu pflegen. Im weiteren Verlauf werden sich Länder mit vergleichbaren Produktionsbedingungen zusammenschließen, aber das behutsam und unter Wahrung der nationalen Eigenheiten und Interessen und nur nach Volksabstimmungen in den betreffenden Ländern.

Für alle Räte und Delegierte gilt in Sachen Rechenschaftspflicht, Abwahl und Entlohnung dasselbe wie für die Betriebsräte.

Anstelle der Armee tritt die Volksbewaffnung. In jedem Betrieb und jeder Abteilung eines Betriebes ab einer bestimmten Größe wird eine Kommission gewählt, die sich um die Beschaffung der Waffen und die Ausbildung der dort Arbeitenden an der Waffe kümmert. Diese Kommission ist auch verantwortlich für die sichere Verwahrung dieser Waffen. Es ist zwar nicht davon auszugehen, dass andere Länder uns angreifen werden, die selber durch die Krise am Boden liegen, aber es ist davon auszugehen, dass die alte besitzende Klasse die alten Verhältnisse auch mit Waffengewalt wieder herstellen will. Und dagegen müssen wir gewappnet sein.

5. Steuern und Versicherungen

Sämtliche Steuern werden bis auf eine Konsumsteuer, die der heutigen Mehrwertsteuer vergleichbar ist, abgeschafft. Die Steuersätze müssen variabel sein: Niedrige Steuersätze auf Güter des täglichen Bedarfs. Hohe Steuersätze auf umwelt- und gesundheitsschädliche Produkte. (z.B. Drogen: Tabak und Alkohol an erster Stelle, Benzin usw.).

Da der Staatsapparat ziemlich klein geworden ist, braucht man auch keine hohen Steuern mehr. Arbeitslosigkeit gibt es nicht mehr. Die Beschäftigten in den Bereichen Ausbildung und Gesundheitswesen als auch die Rentner bekommen ihr Geld von einer zentralen Stelle. Gesetzliche und private Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherungen werden bei diesem System überflüssig.

6. Bildung und Ausbildung

Die Ausbildung in den Schulen muss von dem Gedanken getragen sein, die in den Schülern schlummernden geistigen, kreativen, handwerklichen, musikalischen oder sportlichen Fähigkeiten zu erwecken und auszubilden. An erster Stelle darf also nicht das blinde Lernen von Faktenwissen stehen, sondern das Lernen zum Lernen und zur Teamfähigkeit. Ist das Interesse geweckt, eignet sich der Schüler ganz von selbst das notwendige Wissen an. Ein landesumfassender Lehrplan ist also nicht mehr erforderlich. Das Ziel der Ausbildung ist die Schaffung eines sich seiner Fähigkeiten und Stärken bewussten Menschen, der imstande ist, sich selbständig Aufgaben zu stellen und sie auch zu meistern. Das stellt natürlich erheblich höhere Anforderungen an die Lehrkräfte. Aber der Mensch wächst mit seinen Aufgaben.

Die Lehrkräfte in den Schulen entscheiden über die Größe der Klassen, die für dieses Lernen erforderlich sind. Falls notwendig, müssen mehr Lehrkräfte zur Unterstützung herangeholt werden. Auch in den Schulen gilt das Prinzip des Lehrerrats. Eingesetzte Direktoren gibt es nicht mehr.

7. Gesundheitswesen

Was für die Betriebe gilt, gilt natürlich auch für Krankenhäuser und die darin arbeitenden Personen.

„Götter in Weiß“ gehören der Vergangenheit an. Das Geld bekommen die Krankenhäuser und niedergelassenen Ärzte von einer zentralen Stelle, ähnlich der Kassenärztlichen Vereinigung. Sinnvoll wäre es, nicht mehr jeden einzelnen Patienten oder jeden einzelnen Handgriff oder eine Pauschale pro Patient abzurechnen,  sondern die Entlohnung nach der Haupttätigkeit laut zentraler Entlohnungsübersicht vorzunehmen.

Sinnvoll wäre es auch, wenn sich die einzelnen niedergelassen Ärzte im Sinne der Ganzheitsmedizin zu Gemeinschaftspraxen vereinigen. Die Anschaffung der medizinischen Geräte berücksichtigen muss bei den Geldzuwendungen für die niedergelassenen Ärzte berücksichtigt werden.

8. Religion und Kirche

Jeder Mensch hat das Recht auf ungehinderte Ausübung seiner Religion. Es muss allerdings die endgültige Trennung von Kirche und Staat durchgesetzt werden. Es gibt keinerlei Unterstützung mehr von Seiten des Staates. Die Kirchensteuer und jegliche Entschädigungen für die während der Säkularisation konfiszierten Kirchengüter entfallen. Es werden auch keine Beschäftigten oder sozialen Einrichtungen der Kirchen vom Staat bezahlt.

Religionsunterricht an den Schulen entfällt. Religiöse Symbole jeglicher Art werden in den Schulen entfernt. Ob allerdings ein/e Schüler/in bzw. Lehrer/in ein Kreuz am Hals oder ein Kopftuch trägt, ist allein Sache des/r Schüler/in bzw. Lehrer/in.

9. Verhältnis von Mann und Frau

Das Verhältnis von Mann und Frau ist jahrtausendelang geprägt von der Vorherrschaft des Mannes, der damit einhergehenden wirtschaftlichen Abhängigkeit der Frau und des Eigentumsdenkens zwischen den Geschlechtern. Da jetzt jedes Mitglied der Gesellschaft ohne Ansehen der Person in den gesellschaftlichen Produktionsprozess einbezogen wird, verschwindet die Abhängigkeit der Frau und mit ihr die Vorherrschaft des Mannes. Und da der Mensch (Mann als auch Frau) nicht monogam veranlagt sind (sonst würde es die vielen Seitensprünge, Trennungen und Scheidungen nicht geben), wie uns die bürgerlichen Ideologen einreden wollen, kann endlich eine völlig neue unverkrampfte, keinerlei Abhängigkeiten unterworfene Beziehung zwischen den Geschlechtern entstehen.

Zum Schluss noch einmal zusammengefasst die:

Zentralen Institutionen

Außer den politischen Einrichtungen Parlament und Staatsrat gibt es demgemäß nur noch ganz wenige zentrale Einrichtungen, die aber nur verwaltungstechnische Aufgaben haben:

  • Zentralstelle für die Herstellung und Pflege der Entlohnungstabelle

  • Zentralstelle für die gerechte Verteilung der Arbeitskräfte auf die Betriebe

  • Zentralstelle für die Anpassung des Angebots an die Nachfrage

  • Zentralstelle für die Ausgabe und Verwaltung der Währung

  • Zentralstelle für die Verteilung der Gelder an Schulen, im Gesundheitsbereich und für die Renten

Weitere Perspektiven

Wenn die Produktivität erhöht wird, können die Preise sinken. Da der arbeitende Mensch jetzt aber weniger aufwenden muss, um seine Arbeitskraft wiederherzustellen, können auch die Löhne sinken. D.h. wenn Preise und Löhne gegen Null tendieren, kann das Geld abgeschafft werden. Aber das geht natürlich nur im Weltmaßstab. Und wenn das Geld abgeschafft ist, kann auch letztendlich der Staat abgeschafft werden. Das alles geht aber nur in einem vernünftig gestalteten Wirtschaftssystem.

Schreibe einen Kommentar