2011/2012 Weihnachten und Silvester auf Teneriffa

Reise nach Teneriffa Weihnachten + Silvester 2011/2012

24.12.2011

Nach 5 Stunden Flug erreichten Hans und ich den Flughafen Reina Sofia in Teneriffa Sur. Unser Bus in den Norden, nach Puerto de la Cruz, stand schon da. Kaum waren wir im Puerto Palace Hotel angekommen, merkte ich, dass etwas fehlte: meine Jacke mitsamt Voucher. Ich hatte sie im Bus liegen lassen. Nach wenigen Minuten kam aber der Busfahrer mit beidem und wir konnten in die Zimmer einziehen.

25.12.2011

Unser Hotel lag wie so viele am Berg. Runter geht’s ja immer, aber rauf ist es immer schlimmer. Unser Spaziergang durch die Stadt wurde ziemlich ausgedehnt, zumal wir keinen Stadtplan hatten und so einen ziemlichen Umweg machten. Wegen Weihnachten waren wenig Geschäfte geöffnet. Ein preiswertes Café mit netter Bedienung haben wir trotzdem gefunden. Abends schlugen wir am Buffett zu. Man isst ja immer viel zu viel an so einem Buffett. In dem Speisesaal herrschte eine unpersönliche Atmosphäre. Deshalb war es schwierig, Kontakte zu knüpfen. Den ersten Kontakt gab es zu einem Schweizer Pärchen mit Kind. Über Kinder geht es ja meistens leicht.

26.12.2011

Vormittags gab’s Versammlung. Ein eloquenter Mann informierte, immer wieder unterbrochen durch das Telefon. Sein Sohn lief dauernd über die Bühne und fummelte an seinem Vater herum. Außerdem brachte er die Lebewesen in der aufgestellten Krippe durcheinander: Eskimos, Pinguine, Rentiere, Huskies. Das Kind und seine Aktivitäten waren das Interessanteste an der Versammlung. Die Fragen der Reisenden handelten von Lappalien in der Art „Was kostet ein Taxi zum Teide?“

Hinunter in die Stadt ging es diesmal den kürzeren Weg durch den hübschen Taoro-Park. Hier trafen wir eine Russin mit Kind, die etwas erleben wollte, aber auf unsere Frage, was sie nun erleben wollte, wusste sie keine Antwort.

Nachdem wir am Busbahnhof ein Ticket nach Masca für 12 € gekauft hatten, zog es uns wieder ins Café zur netten Bedienung.

27.12.2011

Es war ein klarer Tag, als wir nach Masca fuhren. Unterwegs gibt es einige Haarnadelkurven. Der Busfahrer fuhr wie der Henker um die Kurven, obwohl es wirklich sehr unübersichtlich war. In Masca sind wir ein bisschen in der Schlucht rumgekraxelt. Hinunter zum Meer wären es 6 Stunden gewesen und das wollten wir uns nun doch nicht antun. Es ist eine schöne bizarre Landschaft. Durch einen Waldbrand im August 2007 wurden in Masca vier Häuser zerstört und die Vegetationsfläche stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Brand musste mit dem Helikopter gelöscht werden. Es standen noch schwarz verkohlte Palmen herum. Dann gab es Dulce de Almendra (Mandelkekse) und frisch gepressten Zumo (Saft). Mitreisende einer geführten Tour gaben uns von ihren Picknickpaketen ab, weil es ihnen viel zu viel war. Ein russisches Pärchen mit einem Bündel Euro-Scheinen in der Hand fragte uns, wie sie von Masca wieder nach Puerto de la Cruz kommen. Sie waren mit dem Taxi hochgefahren. Das war natürlich schon wieder weg und dort oben gab es keine Taxen. In dem runden Café auf dem Marktplatz von Buenavista fiel natürlich auch noch eine Kleinigkeit für uns und eine streunende Katze ab.

Abends gab es im Hotel Tanz und für jeden ein Glas Spumante. Hans hatte bei einem Quiz eine Flasche Sekt gewonnen, die er gleichmäßig verteilte, den Inhalt natürlich. Die Sängerin sang Lieder von Mireille Mathieu dazu.

Zwei nette ältere englische Damen spielten Rummikub.

28.12.2011

Ruhetag mit 3 Runden Poolbillard waren angesagt. Es verlor jedes Mal derjenige, der zuerst dazu kam, die schwarze Kugel einzulochen, weil er sie im falschen Loch versenkte. Außerdem war nur noch ein kurzer Spaziergang in die Stadt mit Kaffee am bewährten Ort, Karten schreiben und Zeitung lesen drin.

Abends gab es südamerikanische Musik mit Panflöte. Angeblich live, aber es sah alles sehr nach Playback aus. Der Gitarrist bestritt aber vehement, dass er Playback spielt. „Mi directe“ behauptete er.

Zwei nette ältere englische Damen spielten Rummikub.

29.12.2011

Wir fuhren mit dem Bus nach La Orotava in 390 m Höhe. La Araotava war Bestandteil des alten Guanchen-Reiches von Taoro, das reichste und größte der neun Reiche, in welche die Insel aufgeteilt war. Der Geschichtsschreiber Viera y Clavijo beschreibt das Gebiet als „überall mit Weinbergen besät und mit den schönsten Obstbäumen durchflochten…“ Das weckte natürlich Begehrlichkeiten auf dem spanischen Festland. Ein kastilisches Heer besiegte 1495 die Truppen des Guanchen-Fürsten Bencomo und vernichtete sie fast vollständig. Nach der endgültigen Kapitulation 1496 teilten Adlige aus Spanien, Italien und Flandern das Gebiet unter sich auf.

Nach dem Besuch einer Getreidemühle (Gofio) aßen wir Tapas und Bocadillos im Casa Lercaro mit einer sehr hübschen Patio. Das Wetter war recht wechselhaft: Wolken wechselten sich mit der Sonne ab und umgekehrt, zuweilen war es auch sehr kühl.

Abends wurde Mr. Palace gekürt. 4 Männer meldeten sich freiwillig, die verschiedene Aufgaben zu bewältigen hatten:

  1. Luftballon aufblasen bis zum Platzen.

  2. 4 Tänze mussten absolviert werden: Rock’n Roll, Tango, Ententanz (ein guter Tänzer hat einfach Polka danach getanzt), und Kasatschok.

  3. Eine Frau aus dem Publikum musste porträtiert werden.

  4. Eine Liebeserklärung musste auf Japanisch, Afrikanisch, Chinesisch und Arabisch abgegeben werden.

  5. Das Hutspiel ging so: a. Die rechte Hand auf den Hut des Nachbarn und zurück.

    b. den Hut des rechten Nachbarn auf den eigenen Kopf setzen.

    c. Hand reichen in der Mitte mit Olé

    d. Eigenen Hut auf den Kopf des rechten Nachbarn setzen

    e. In die Ecken laufen und zur Musik bewegen.

Alles wurde mit viel Witz erklärt. Das Hutspiel hat keiner so richtig auf die Reihe gebracht und die Zeichnungen waren durch die Bank katastrophal. Gewonnen hat ein Frankfurter.

Zwei nette ältere englische Damen spielten Rummikub.

30.12.2011

Wir fuhren mit dem Bus nach La Laguna. Das von den Ureinwohnern Aguere genannte Tal, in dem die Stadt liegt, und insbesondere der große See, der sich hier einmal befand, war früher ein Wallfahrtsort der Ureinwohner der Insel. Die Stadt liegt liegt auf 550 m Höhe. Da oben ist es immer mindestens 4 Grad kühler. Ich war falsch angezogen: Kurze Hose, kurzes Hemd. In Puerto de la Cruz schien noch die Sonne. In La Laguna nicht mehr und es war bannig kalt da oben. Immerhin hatte ich Socken mit. Eine Jacke kaufte ich mir dort. Sie hatten sogar meine Größe und auch nicht so teuer. Die Jacke trage ich heute noch gern.

Aber ich sah geschossen aus mit Jacke, kurzer Hose und Socken, Grund zur Belustigung für einige junge Mädchen.

31.12.2011

Hans ging in den Jardín Botánico (Botanischer Garten) und machte einige sehr schöne Fotos. Ich ging einkaufen und schrieb Postkarten.

Wir waren schon sehr gespannt, wer noch an unserem Vierertisch zur Silvesterfeier sitzen würden. Wir wurden angenehm überrascht. Es waren 2 jüngere Frauen aus der Nähe von Wuppertal, Martina und Birgit. Das Abendessen war gut, die Show ebenso. Eine russische Gruppe trat mit Folklore und eine einheimische Gruppe mit modernen Tänzen auf. Wir haben fast die ganze Nacht mit den beiden Frauen getanzt, wobei ich als besserer Tänzer viel mit der Hübscheren getanzt habe, worüber Hans sich aufregte. Ich hätte doch meine Monika zu Hause. Dabei ging es doch nur ums Tanzen.

01.01.2012

Zum Neujahrstag fuhren wir ins La Caldera-Gebirge. Ich war endlich mal richtig angezogen. Eine Stunde sind wir gewandert. Erst war es ein breiter Weg, dann wurde der Weg zu einem schmalen Camino. Zuletzt sind wir aber doch in dem kleinen Ort Aguamansa angekommen. In einer Bar verbrüderten wir uns mit den Einheimischen.

02.01.2012

An diesem Tag gingen wir getrennte Wege. Damit Hans sich nicht noch einmal aufregen muss, bin ich im Hotel geblieben und habe mir im Chlamydienpool, wie er zu sagen pflegte, die Knochen aufwärmen lassen, habe gelesen und bin im Pool schwimmen gegangen. Also richtig relaxed.

Hans ist mit Martina und Birgit zu einer Bootstour nach Los Gigantes, einem Ort mit einer spektakulären Steilküste, gefahren und sie haben sich dort Delphine und die Schlucht von Masca von unten angeschaut.

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